„Polonicus 2013“: Auch Aachen ist ein bisschen polnisch

Feiern die deutsch-polnische-Freundschaft mit dem Polonicus: Basil Kerski, Redakteur Zeitschrift „Dialog“, Maria Golembiewski, Jazz-Restaurant „Gdanska“, Prof. Dr. Wladyslaw Miodunka, Jagiellonen-Universität Krakau, Oberbürgermeister Marcel Philipp Generalkonsul Mariusz Skorko, Czeslaw Golembiewski, Jazz-Restaurant „Gdanska“, Hannes Lauer, Gewinner des Wissenswettbewerbes, und Barbara Borys-Damiecka, Senatorin der Republik Polen.

 

Nachdem jüngst Angela Merkel ihre Wurzeln in Osteuropa entdeckt hat und BVB-Torschütze Lewandowski Dortmund furios über Real Madrid siegen ließ, ist eines klar: Deutschland ist irgendwie polnischer geworden. Die Geschichte beider Länder ist eng verwoben, ebenso wie die Geschichte Polens mit Nordrhein-Westfalen.

Bereits im 19. Jahrhundert kamen polnische Familien nach NRW, die Arbeit in der Kohle- und Stahlindustrie fanden. Auch in „Akwisgran“, also Aachen, leben heute etwa 1500 Menschen aus dem Nachbarland im Osten, noch mehr mit deutschem Pass und polnischen Wurzeln. Im Rahmen des Karlspreises wird daher seit 2009 jährlich der „Polonicus“ vom Polnischen Kongress in Deutschland vergeben. Der Preis wird Persönlichkeiten verliehen, die sich für die Verständigung zwischen den Ländern einsetzen und für ein positives Polenbild eintreten.

 

Im Krönungssaal des Aachener Rathauses wurden am Samstag Maria und Czesaw Gobiewski in der Kategorie „Gestaltung des kulturellen Lebens“ geehrt. In Oberhausen betreibt das Ehepaar das Restaurant „Gdaska“, das seit der Eröffnung 2000 zu einer deutsch-polnischen Begegnungsstätte geworden ist. „Das sind unsere fünf Minuten“, stellte Maria Gobiewska in ihrer Dankesrede fest. „Das ist, wie den ‚Oscar‘ bekommen. Als wir als normale Emigranten nach Deutschland kamen, auf der Suche nach einem Ort, den wir als unser neues zu Hause bezeichnen können, hätten wir uns so etwas nicht erträumt.“

Der Chefredakteur des deutsch-polnischen Magazins „Dialog“, Basil Kerski erhielt den Preis in der Kategorie „Deutsch-Polnischer Dialog“. Professor Wadysaw Miodunka, Leiter des Zentrums der Polnischen Sprache und Kultur an der Jagiellonen-Universität in Krakau bekam den Polonicus für Kultur. Mit dem Ehrenpreis wurde der Regisseur Andrzej Wajda ausgezeichnet. Wajda, der Filme wie „Der Kanal“ oder „Das Massaker von Katyn“ drehte, konnte die Auszeichnung aus gesundheitlichen Gründen nicht entgegennehmen.

 

Ebenfalls geehrt wurden die 20 Finalisten des ersten bundesweiten Wissenswettbewerbs über Polen. Der Wettbewerb entstand als Kooperation der Volkshochschule in Eschweiler mit der Jagiellonen-Universität in Krakau. Das Finale des Wettbewerbs wurde im Internationalen Zeitungsmuseum ausgetragen.

Sieger ist der 26-jährige Hannes Lauer aus Bonn. Gewonnen hat er mit einem Vortrag über deutsch-polnische Gemeinsamkeiten. „Schließlich haben wir Jugendlichen doch alle die gleichen Träume und Vorstellungen vom Leben.“ Ein Gedankengang, der auch den Kern des Polonicus-Preises trifft: Das gegenseitige Verständnis der Kulturen.

„Polonicus 2013“: Auch Aachen ist ein bisschen polnisch

Quelle: Aachener Zeitung

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/polonicus-2013-auch-aachen-ist-ein-bisschen-polnisch-1.565795